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Inhaltsverzeichnis

1. Aktuelle gesetzliche Anforderungen an die Luftdichtheit von Gebäuden
2. Anforderungen an die Luftdichtheit nach DIN 4108-7
3. Bestimmung der Luftdurchlssigkeit von Gebäuden nach DIN EN 13829
4. Luftdichtheit und BlowerDoor-Messung im Baurecht

Aktuelle gesetzliche Anforderungen an die Luftdichtheit von Gebäuden:

Zusammenfassung der Grenzwerte für die Messung der Luftdurchlässigkeit n50 mit der BlowerDoor:

Nach DIN 4108-7:2011 und EnEV (12/2004, 10/2007 und 10/2009) gilt für

    · Gebäude mit natürlicher Lüftung (Fensterlüftung)

n50 <= 3,0 [h-1]

    · Gebäude mit raumlufttechnischen Anlagen (auch Abluftanlagen)

n50 <= 1,5 [h-1]

Insbesondere bei Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung ist eine deutliche Unterschreitung des oben angegebenen Grenzwertes sinnvoll (DIN 4108-7). Anzustreben auf Grund energetischer Gesichtspunkte: n50 <= 1,0 [h-1]. Nach den Kriterien des Passivhausinstituts Darmstadt, Dr. Wolfgang Feist gilt

    · für Passivhäuser

n50 <= 0,6 [h-1]

Die BlowerDoor-Messung erfolgt nach DIN EN 13829.

 

Auszug aus DIN 4108-7 : 2011

4.4 Anforderungen an die Luftdichtheit

Werden Messungen der Luftdichtheit von Gebäuden oder Gebäudeteilen durchgeführt, so darf der nach DIN EN 13829:2001-02, Verfahren A, gemessene Luftvolumenstrom bei einer Druckdifferenz zwischen innen und außen von 50 Pa

- bei Gebäuden ohne raumlufttechnische Anlagen:

  • bezogen auf das Raumluftvolumen 3 h-1 nicht überschreiten oder
  • bezogen auf die Nettogrundfläche 7,8 m³/(m²h) nicht überschreiten

- bei Gebäuden mit raumlufttechnischen Anlagen (auch Abluftanlagen)

  • bezogen auf das Raumluftvolumen 1,5 h-1 nicht überschreiten oder
  • bezogen auf die Nettogrundfläche 3,9 m³/(m²h) nicht überschreiten

Die volumenbezogene Anforderung gilt allgemein. Bei Gebäuden oder Gebäudeteilen, deren lichte Geschosshöhe 2,6 m oder weniger beträgt, darf alternativ die nettogrundflächenbezogene Anforderungsgröße benutzt werden.

Die Einhaltung der Anforderungen an die Luftdichtheit schließt lokale Fehlstellen, die zu Feuchteschäden infolge von Konvektion führen können, nicht aus.

Insbesondere bei Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung ist eine deutliche Unterschreitung des oben angegebenen Grenzwertes sinnvoll.

Zur Beurteilung der Gebäudehülle kann zusätzlich der hüllenflächenbezogene Leckagestrom q50 herangezogen werden, der einen Wert von 3,0 m³/(m²h) nicht überschreiten darf.

DIN EN 13829 : 2001-02

Deutsche Norm

Wärmetechnisches Verhalten von Gebäuden

Bestimmung der Luftdurchlässigkeit von Gebäuden

Differenzdruckverfahren (ISO 9972:1996, modifiziert)

Deutsche Fassung DIN EN 13829:2000

Einleitung

Das Differenzdruckverfahren dient dazu, die Luftdichtheit der Hülle von Gebäuden oder Gebäudeteilen zu charakterisieren.

Es kann benutzt werden, um

  • die Luftdurchlässigkeit eines Gebäudes oder Gebäudeteils zu messen, um eine Luftdichtheitsanforderung zu erfüllen,
  • die relative Luftdurchlässigkeit verschiedener ähnlicher Gebäude oder Gebäudeteile zu vergleichen,
  • die Undichtheiten zu finden und
  • die Verringerung der Luftdurchlässigkeit zu bestimmen, die durch einzelne, nacheinander ausgeführte Verbesserungsmaßnahmen an einem bestehenden Gebäude oder Gebäudeteil erreicht wurde.

Es werden Luftströme von außen nach innen durch die Gebäudehülle oder umgekehrt erfasst.

Anwendungsbereich
Diese Norm dient der Luftdurchlässigkeitsmessung der Hülle von Gebäuden oder Gebäudeteilen vor Ort. Sie beschreibt die Anwendung von Über- oder Unterdruck und die Messung der resultierenden Luftvolumenströme in Abhängigkeit von verschiedenen statischen Druckdifferenzen zwischen innen und außen.

BlowerDoor
BlowerDoor ist eine in vielen Ländern anerkannte Anlage, um Luftdurchlässigkeitsmessungen an der Gebäudehülle durchzuführen. Die Anlage enthält eine Einrichtung zum Türeinbau des Gebläses, die so verstellbar ist, dass sie in übliche Türöffnungen passt. Das Gebläse sollte einen drehzahlsteuerbaren Motor aufweisen, so dass die erforderlichen Volumenströme eingestellt werden können.

 

Luftdichtheit und BlowerDoor-Messung im Baurecht

Luftdichtheit ist seit DIN V 4108-7 (11/1996) Stand der Technik und nach deren Veröffentlichung im Bundesanzeiger Nr. 140 vom 31.7.1998 anerkannte Regel der Technik zur WSVO ´95. Die unaufgeforderte Ausführung der Luftdichtheit durch Verarbeiter und Bauleiter wird demnach vorausgesetzt; der Bauherr hat das Recht auf ein luftdichtes Gebäude. Wenn er eine BlowerDoor-Messung durchführen lässt, müssen die Grenzwerte eingehalten werden: Die aktuelle Fassung DIN 4108-7 ist von August 2001 und liegt im Weißdruck vor.

Die allgemein anerkannten Regeln der Baukunst setzen sich zusammen aus anerkannten wissenschaftlichen, technischen und wirklichen Erfahrungen im Bauwesen. Für einzelne Gewerke sind technische Anforderungen in sog. Regelwerken oder DIN-Normen festgelegt.

Abweichungen der Werkleistung von den allgemein anerkannten Regeln der Baukunst / Technik begründen grundsätzlich deren Mangelhaftigkeit und damit gleichzeitig Gewährleistungsansprüche des Bauherrn.

Ändern sich die Regeln der Baukunst während der Bauausführung, schuldet der Unternehmer den zum Zeitpunkt der Abnahme geltenden Standard, kann hierfür jedoch u. U. auch eine zusätzliche Vergütung verlangen.

Mangelhafte Luftdichtung kann als verdeckter Mangel beurteilt werden, für den im Fall von Organisationsverschulden unabhängig von den vereinbarten Gewährleistungsfristen gehaftet werden muss.